Positives Hundetraining Kritik. Welche Argumente gegen positives Hundetraining sprechen.

Positives Hundetraining -Kritik nicht nur von Unterordnungsfreaks!

Positives Hundetraining – Kritik war da schon immer laut.

Aus Prinzip!

Geht ja nicht an, dass man seinen Hund nur mit Leckerlis unter Kontrolle hat.

Tja, so ganz unrecht haben die Leute nicht!

Warum das so ist, dazu kommen wir später.

Die Frage ist aber auch immer – von wem die Kritik an positiven Hundetrainingsmethoden kommt.

Besonders die „alte Schule“ lehnt positive Trainingsmethoden ab

Positives Hundetraining- Kritik kommt bei manchen schon nur und allein deshalb, weil sie diese Wörter gehört haben.

Meistens kommt die Kritik am positiven Hundetraining von den Leuten, die ihren Hund gerne unterordnen und einschüchtern.

Mit Zischlauten, Rippenzwicken, Leinenrucken, und vielen anderen Techniken.

Diese Trainingsmethoden sind für den Hund nicht nur unangenehm und schmerzhaft. Sondern, um es mal beim Namen zu nennen: Die absolute Hölle.

Sie schaden immer der Bindung zum Hund, und zerstören das Selbstvertrauen des Hundes. Je nach dem, wie sensibel der Hund ist, geht das sehr schnell bis nur schnell.

In der Regel laufen alle „Wundermethoden“ darauf hinaus.

Warum diese Hundetrainer positives Hundetraining kritisieren

Menschen, die gewaltstarke Erziehungsmethoden anwenden verteufeln positives Hundetraining regelrecht. Und das sind ihre drei Hauptgründe.

Was Kritiker zu positivem Hundetraining sagen

Leckerlis im Hundetraining sind unnatürlich
Leckerlis sind nur eine Konditionierungstechnik
Positives Hundetraining hat seine Grenzen

Grundsätzlich haben sie sogar Recht. Mit all ihren Argumenten!

Es gibt aber noch andere Kritikpunkte an den vermeintlich positiven Hundetrainingsmethoden.

Zu denen kommen wir später.

Viele Methoden sind noch schlimmer als positives Hundetraining

Hundetrainer, die gegen Leckerlis argumentieren, vergessen gerne zu erwähnen, dass sie selbst auch nur auf Konditionierungstechniken zurückgreifen. Die genau so unnatürlich sind.

Nur eben nicht einmal überhaupt(!) mit einer Belohnung, wie Leckerlis.

Anders als derartige Trainer behaupten, stärkt es nicht die Bindung einen Hund mit etwas zu bewerfen, oder ihn permanent zu verängstigen.

Meistens lullen diese Hundetrainer die Besitzer regelrecht ein und behaupten:

Das alles wäre furchtbar wölfisch.

Nichts davon ist wölfisch!

Oder hündisch.

Im Ernst:

Hast du schon mal eine Hündin gesehen, die ihre Welpen erschreckt, wenn die nicht hinter ihr laufen?

Nee? Siehste.

Ich glaube sogar: Nichts würde ihr ferner liegen. 😉

So einfach ist das!

Kritik am Training mit Leckerlis ist trotzdem berechtigt

Trotzdem ist Kritik am Hundetraining mit Leckerlis gar nicht mal so unberechtigt.

Sie kommt nämlich auch von Hundepsychologen und Hundetrainern wie mir.

Denn auch wenn Leckerli-Dressur oberflächlich schnell funktioniert, und „so gut und lustig aussieht“…

Für den Hund ist sie langfristig betrachtet alles andere als lustig.

Darum ist positives Hundetraining doch nicht so toll

Hunde sind soziale Lebewesen, die unglaublich viel wahrnehmen, und sich ein ganz genaues Bild von ihren Menschen, und ihrer Umwelt machen.

Normalerweise. Und nur, wenn sie die Chance bekommen, sich ganz natürlich zu einer ganz normalen Hundepersönlichkeit zu entwickeln.

Diese natürliche Entwicklung wird beim positiven Hundetraining automatisch gehemmt. Und das ist ein Problem.

Zumindest dann, wenn man einen von sich aus gut hörenden Hund haben möchte.

Der von sich aus entspannt ist.

Hunde verkümmern seelisch

Auch wenn Hunde keine Menschen sind, sind sie erstaunlich hoch entwickelt.

Leckerlibasiertes Hundetraining funktioniert nur, in dem man ignoriert, was der Hund ausdrückt. Immer. Und sich stattdessen darauf konzentriert, wie er sich zu verhalten hat.

Das hat dann bestenfalls zur Folge, dass man einen seelisch verkümmerten Hund hat, der aber funktioniert.

Oder aber einen, der verkümmert, und nicht einmal funktioniert.

Mit diesem Kritikpunkt liegen Hundetrainer richtig, wenn sie sagen: Positives Hundetrainig mit Leckerlis hat seine Grenzen.

Positiv trainierte Hunde werden verunsichert

Es klingt paradox, aber… Hunde die positiv trainiert werden, werden selbstunsicher.

Das ist genau das, was man mit diesen Methoden erreichen möchte.

Die Wahrnehmung des Hundes manipulieren, und das Verhalten formen.

Belohnung. Beschäftigung. Ablenkung. Das war’s.

Bestrafung fällt nur oberflächlich betrachtet weg.

An ihre Stelle rückt das vollkommen unreflektierte „Ignorieren“ des Hundes. Das zwingt den Hund zu kooperieren. Und ist in der Form, wie wir Menschen das anwenden überhaupt nicht hündisch.

Positiv trainierte Hunde bauen keine sichere Bindung auf

Hunde, die immer wieder mit Leckerlis zu einem bestimmten Verhalten motiviert werden, werden abhängig. Von den Leckerlis.

Sie kennen keine natürliche Aufmerksamkeit und Verbundenheit.

Sie bekommen keine Sicherheit vermittelt.

Es wird damit kompensiert, was gar nicht da ist:

Das sich ganz natürlich füreinander interessieren.

Weil man sich füreinander interessiert.

Es fehlt das Wir.

Das echte harmonische „Wir“.

Vollkommen unaufgeregt, und eben ohne „schräge“ Forderungen und Machtspielchen.

Es fehlt die echte Verbundenheit.

An diese Stelle rückt eine vollkommen schräge Beziehung, die auf Tauschgeschäften beruht.

Das ist auf lange Sicht betrachtet, gar nicht mal so viel weniger graumsam, als das, was die „alte Schule“ mit den Hunden macht. Es ist halt anders grausam.

Aber garantiert nicht cool. Liebevoll. Oder das „was Hunde brauchen“.

Bei Straßenhunden funktioniert das am wenigsten

Die meistens Hunde aus dem Auslandstierschutz sind im Bereich der Sozialisation und Persönlichkeitsentwicklung überdurchschnittlich gut entwickelt. Auch dann wenn sie sich nicht wie gewünscht verhalten.

Diese Hunde haben gelernt selbstständig zu denken.

Und zu handeln.

Auf Grund ihrer Vorerfahrung sind sie wenig selbstunsicher.

Sie vertrauen ihrer Wahrnehmung.

Und niemandem, der versucht diese unter den Tisch zu füttern. 😇

Mit Futter lassen sie sich nicht nachhaltig beeindrucken.

Das gilt für alle Hunde. Aber für Straßenhunde eben umso mehr.

Hunde brauchen eine gute Bindung – keine Leckerlis.

Hunde sind zwar keine Wölfe mehr. Aber sie sind Rudeltiere.

Das bedeutet, sie brauchen eine gute Bindung, und fühlen sich bei ihren Menschen nur dann sicher und wohl, wenn es ein enges Gemeinschaftsgefühl zwischen Hund und Mensch gibt.

Ein sehr enges. Ein absolutes Gefühl der Vertrautheit.

Dazu muss man den Hund lesen lernen. Nicht dressieren lernen.

Nur so kann ein Mensch echtes Vertrauen zum Hund aufbauen.

Ein leckerli-fixierter Hund ist das Gegenteil einer guten Bindung

Das ist was vollkommen anderes als, geknufft werden, weil man was fein gemacht hat.

Oder Leckerlis als Belohnung zu bekommen.

Das gilt für alle Hunde. Die kleinen und die großen.

Für alle Hunderassen.

Und für Hunde in allen Altersklassen.

Belohnung und Bestrafung haben da in der Form, wie sie im Hundetraining angewendet wird keinen Platz.

Positives Hundetraining ist für den Hund nicht wirklich positiv

Eine wirklich gute Bindung entsteht nur und ausschließlich, wenn der Mensch die Erlebniswelt des Hundes wahrnimmt. Und darauf eingeht. Immer!

Unabhängig davon, wie der Hund sich zu verhalten hat. 😉

Das Fazit ist ja dann…

Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht.

Die Kritik am positiven Hundetraining ist berechtigt. Weil es bei genauerer Betrachtung alles andere als positiv ist.

Es gibt viele Gründe die gegen Hundetraining mit Leckerlis sprechen.

Und leider viel zu wenig, die dafür sprechen.

Zumindest wenn man das dauerhaft und ganzheitlich betrachtet.

Ich hoffe du hast jetzt einen besseren Blick dafür, warum das so ist.

Und natürlich dafür, dass Kritik am positiven Hundetraining nicht nur von den Hau-Degen der alten Schule kommt. 😉

Wer schreibt hier?

Positives Hundetraining Kritik

Hi. Ich bin Lina.
Hundepsychologin & Hundetrainerin.

Seit 11+ Jahren helfe ich Menschen dabei ihre Hunde besser zu verstehen.

In meinem Blog gebe ich dir Infos und Tipps zu allen Themen, die dich mit deinem Hund bewegen.

Das war: Positives Hundetraining – Kritik, die du nicht ignorieren solltest.

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3 Kommentare zu „Warum positives Hundetraining in der Kritik steht“

  1. Liebe Lina,
    Das erklärt mal wieder so einiges… das mit der Selbstsicherheit bzw. Unsicherheit… und ich denk mir mal wieder „man war ich blöd, da hätt ich auch früher draufkommen können…;)“ je mehr leckerlisachen wir gemacht haben umso mehr haben dann andere Sachen eher nicht funktioniert, soviel zum Thema selbstunsicherheit wächst…
    Mir sind wieder Lichter aufgegangen 😅
    Liebe Grüße

    1. Hallo liebe Dunja,

      leider habe ich deinen Kommentar eben erst gelesen.
      Ich befürchte aber auch: Selbst wenn ich dir erst in fünf Jahren geantwortet hätte: Das Thema wird dann vermutlich immer noch brandaktuell sein. Leider. 😇

      Ja, man sieht immer erst, was Sache ist, wenn die Leckerlis wegfallen. Es wird einem ja auch immer wieder eingetrichtert, Hunde könnten gar nicht so sonderlich weit denken, und bräuchten nur alles positiv verknüpft erlernen.
      Dann wird das schon. Dabei sind Hunde sehr viel mehr als programmierbare Bio-Tamagochis.
      Bei deinem Hund hast du noch Glück. Stell dir mal vor, du hättest noch zwei Jahre fleißig an deinem Hund vorbei trainiert… Da hättest du echte Probleme heran gezogen, und auch noch ewig lange verschleppt. Und eben versucht sie durch das belohnungsorientierte Training zu überdecken. Du weißt ja mittlerweile sehr genau, dass das für manche Hunde gar nicht funktioniert.
      Beziehungsweise, ich sage immer: Diese Leckerli-Dressur funktioniert, selbst wenn sie funktioniert, nur oberflächlich. Man darf halt nie genauer nachgucken…
      Das Gute daran ist: Man muss sich keine Fragen stellen. Das schlechte daran ist: Wehe, der Hund kommt aus der Trainingsblase heraus. Dann funktioniert sie nicht mal mehr an der Oberfläche.

      Von daher: Macht ganz unbedingt weiter so!

      Ganz viele liebe Grüße

      Lina

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